Was ist Mediation?

 

Mediation heißt Vermittlung im Konflikt. Mediation ist ein außergerichtliches Verfahren zur Lösung von Konflikten.

Die wichtigste Anwendung der Familien-Mediation ist die Trennungs- und Scheidungsmediation.

Darüber hinaus kann Familien-Mediation aber auch bei der Regelung anderer Konflikte angewandt werden:

  • bei Konflikten von nicht miteinander verheirateten, auch gleichgeschlechtlichen Partnern  (eingetragene oder nicht eingetragene Lebensgemeinschaften),
  • bei der Gestaltung von Ehe- und Partnerschaftsverträgen,
  • bei Konflikten zwischen Eltern und Jugendlichen,
  • bei der Gestaltung von letztwilligen Verfügungen (Erbverträge, Testamente),
  • bei Konflikten im Erbfall zwischen den Erben, 
  • bei Konflikten innerhalb von Familien-Unternehmen und bei Nachfolge-Regelungen
  • bei Nachbarschaftskonflikten
  • bei Konflikten am Arbeitsplatz.

Eine Konfliktsituation ist gekennzeichnet durch Störungen der Kommunikation. Je weiter ein Konflikt eskaliert, desto schwieriger gestaltet sich die Kommunikation. Oft geht es in Konflikten gar nicht um den vordergründigen Streitgegenstand, sondern um andere Ebenen, zum Beispiel um verletzte Gefühle oder nicht verstandene Bedürfnisse.

Vermittlung im Konflikt bedeutet, dass wir Ihnen den Rahmen geben, in dem Sie Ihre Kommunikation wieder miteinander führen und konstruktiv Ihre Konflikte bearbeiten können.

Die Konfliktbeteiligten können in diesem Verfahren direkt und in eigener Regie verhandeln und eine mögliche Vereinbarung auf ihre persönlichen Verhältnisse zuschneiden, d. h. dass sie die notwendigen Entscheidungen nicht an Dritte – an Rechtsanwälte und Richter – delegieren und auch bereit sind, die Verantwortung für die Einigung selbst zu übernehmen.

Sie als Konfliktbeteiligte werden bei Ihren Bemühungen, eine eigene Lösung zu finden, von den fairmittlern unterstützt.

Wir helfen Ihnen dabei, die verschiedenen Ebenen des Konflikts getrennt zu behandeln. Das erleichtert es Ihnen, den Konflikt zu bearbeiten und Lösungen zu finden, die von allen Seiten als Gewinn angesehen werden. Wir unterstützen Sie dabei, gemeinsam Optionen zu entwickeln und die beste Lösung für sich herauszuarbeiten.

Für viele Konflikte gibt es nicht nur die von der einen oder anderen Seite bevorzugte Lösung, sondern vielleicht eine ganz andere.  Warum eine Konfliktlösung vielleicht als „gerecht“ bezeichnet, aber nicht immer von allen Seiten als Gewinn angesehen wird, kann Ihnen das folgende Beispiel zeigen:

„Zwei Schwestern streiten sich um eine Orange. Ein Richter entscheidet, die Frucht zu halbieren. Die eine Schwester nimmt nun ihre Orangenhälfte, presst das Fruchtfleisch aus und wirft die Schale weg, weil sie den Saft trinken will. Die andere wirft das Fruchtfleisch weg und benutzt nur die Schale, weil sie damit einen Kuchen backen will.“

Der Richter hat nach einer gerechten Lösung gesucht. Wenn die Schwestern es geschafft hätten zu formulieren, was sie wirklich wollten, welches Interesse also hinter ihren Positionen steckt, wäre ihnen das Teilen leichter gefallen und es wäre eine für beide Seiten optimalere Lösung entwickelt worden.

Ein Wort zu den beiden wichtigsten Missverständnissen:

1. Wie der Name bereits sagt, strebt die Trennungs- und Scheidungsmediation eine Regelung der Folgen von Trennung und Scheidung an. Sie versteht sich deshalb nicht als ein Forum im Sinne einer Paartherapie, in dem bestehende Eheprobleme bearbeitet werden. In diesem Fall kann für die Parteien eine psychosoziale Beratung angemessen sein. Ist einer der Partner noch nicht zur Scheidung bereit, können in einer Mediation zunächst lediglich Absprachen getroffen werden, die in der aktuellen familiären Trennungssituation notwendig und sinnvoll sind, ohne dass weitergehende Schritte zur Auflösung der Ehe eingeplant werden. In diesem Fall wird lediglich der Status quo geregelt und organisiert.

2. Das zweite wichtige Missverständnis kann in der Erwartung bestehen, dass der Mediator als Schiedsrichter in den Streitfragen fungiert, wenn die Parteien nicht aus eigener Kraft zu einer Einigung finden. Jedoch ist die Rolle eines Schiedsrichters nicht mit den Aufgaben eines Mediators zu vereinbaren. Der Mediator wird sich vor allem darum bemühen, dass die Parteien aus der Sackgasse herausfinden. Andernfalls müssen angemessene Alternativen zur Mediation diskutiert und in Anspruch genommen werden.

 

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